Steuern sparen — legal und konkret
Als Selbstständiger in Österreich zahlst du Einkommensteuer auf deinen Gewinn. Je niedriger der Gewinn, desto weniger Steuer. Hier sind 10 konkrete Tipps, wie du deine Steuerlast legal minimierst.
1. Alle Betriebsausgaben konsequent erfassen
Jede betriebliche Ausgabe reduziert deinen Gewinn — und damit deine Steuer. Typische Ausgaben, die oft vergessen werden:
- Fachliteratur und Fortbildungen
- Anteilige Miete für das Home-Office
- Telefon- und Internetkosten (anteilig)
- Fahrtkosten (Kilometergeld: 0,42 €/km)
- Bewirtungskosten (50 % absetzbar)
2. Gewinnfreibetrag nutzen
Der Gewinnfreibetrag reduziert deinen steuerpflichtigen Gewinn um bis zu 15 % (bis 33.000 € Gewinn). Darüber gestaffelt. Der Grundfreibetrag steht dir automatisch zu — du musst nichts dafür investieren.
3. Investitionen vor Jahresende tätigen
Brauchst du einen neuen Laptop, eine Kamera oder Software? Kaufe vor dem 31. Dezember. Bei geringwertigen Wirtschaftsgütern (bis 1.000 € netto) kannst du den gesamten Betrag sofort als Ausgabe absetzen.
4. Halbjahresregel bei der AfA beachten
Anlagegüter über der Geringwertigkeitsgrenze werden über die Nutzungsdauer abgeschrieben. Aber: Kaufst du im zweiten Halbjahr, kannst du im ersten Jahr nur die halbe Jahres-AfA absetzen (Halbjahresregel). Im ersten Halbjahr bekommst du die volle AfA.
5. SVA-Beiträge als Betriebsausgabe
Deine Sozialversicherungsbeiträge (SVS — Sozialversicherung der Selbstständigen) sind als Betriebsausgabe absetzbar. Das betrifft Kranken-, Pensions- und Unfallversicherung. Im Gründungsjahr können die Nachzahlungen erheblich sein — erfasse sie gewissenhaft.
6. Kleinunternehmerregelung klug nutzen
Wenn du unter 55.000 € Umsatz bleibst, sparst du dir die USt auf Rechnungen und die UVA. Das vereinfacht nicht nur die Buchhaltung, sondern macht dich für Privatkunden preislich attraktiver.
Überlege aber, ob sich der freiwillige Verzicht lohnt, wenn du vor allem B2B arbeitest und viele Vorsteuer-absetzbare Ausgaben hast.
7. Home-Office korrekt absetzen
Seit der Home-Office-Regelung kannst du pro Home-Office-Tag bis zu 3 € absetzen (max. 300 €/Jahr). Wenn du ein eigenes Arbeitszimmer hast, das ausschließlich betrieblich genutzt wird, kannst du die anteilige Miete absetzen.
8. Einnahmen-Ausgaben-Optimierung am Jahresende
Bei der EAR zählt der Zahlungszeitpunkt. Das gibt dir Gestaltungsspielraum:
- Rechnungen stellen, Zahlung ins neue Jahr verschieben: Stelle die Rechnung im Dezember, der Kunde zahlt im Jänner → Einnahme zählt ins neue Jahr.
- Ausgaben vorziehen: Bezahle offene Rechnungen noch vor dem 31. Dezember → Ausgabe zählt noch ins laufende Jahr.
9. Steuerberater-Kosten absetzen
Die Kosten für deinen Steuerberater sind zu 100 % als Betriebsausgabe absetzbar. Auch Buchhaltungs-Software wie Accounted zählt als Betriebsausgabe.
10. Einkommensteuer-Vorauszahlungen planen
Ab dem zweiten Jahr setzt das Finanzamt ESt-Vorauszahlungen fest (vierteljährlich). Plane diese Beträge ein, damit sie dich nicht überraschen. Wenn dein Gewinn sinkt, kannst du eine Herabsetzung beim Finanzamt beantragen.